
Der Spreewald: Nur rund 50 Kilometer von der deutschen Hauptstadt und Millionenmetropole Berlin entfernt, offenbart sich hier eine völlig andere Welt – naturnah, ursprünglich und fast schon mystisch anmutend. Kein Wunder, dass der Spreewald so viele Besucher in jedem Jahr verzeichnet, ob in Hotel, Ferienwohnung oder mit dem Wohnwagen bzw. Wohnmobil. Wir ergründen den Mythos.
Wie entstand der Spreewald?
Der Spreewald ist das Ergebnis der letzten Eiszeit vor gut 20.000 Jahren. Er liegt im sogenannten „Baruther Urstromtal“, wo beim Abfluss der Schmelzwasser des letzten skandinavischen Inlandeises eine große Schwemmsandfläche zwischen Endmoränenzügen entstand. Diese Endmoränen lenkten den Abfluss der Schmelzwasser auf ihrem Weg von Süden nach Norden in Richtung Westen ab. So verringerte sich das ohnehin geringe natürliche Gefälle des Landes zusätzlich. Es entstand ein sogenanntes „Binnendelta“, welches unmittelbar vor der Stadt Lübben wieder zusammengeführt wird. Diese natürliche Einengung, verursacht durch Ausläufer der Endmoränen, bildet somit die natürliche Grenze zwischen Ober- und Unterspreewald. Der Unterspreewald verläuft wieder in der ursprünglichen Abflussrichtung der Spree von Süden nach Norden.
Eine nachweisliche Besiedlung ist bereits seit der mittleren und jüngeren Steinzeit belegt. Das Gebiet des heutigen Spreewaldes war damals schon recht dünn durch Menschen besiedelt. Während der Bronzezeit (1.200 bis 600 Jahre vor unserer Zeitrechnung) nahm die Besiedlung dann zu. Bei Grabungen um 1900 und in den 50er-Jahren sind sehr viele Spuren menschlicher Besiedlung gefunden worden.
Auch heute wird wieder gesiedelt, jedoch nur in dafür ausgewiesenen Baugebieten. Umweltbelastende Gewerke werden in der Regel in speziell dafür vorgesehene Gewerbegebiete umgesiedelt. Zunehmend wird seit einiger Zeit damit begonnen, Fehler aus früheren Jahrzehnten wieder in Ordnung zu bringen. So setzt man in den letzten Jahren verstärkt auf die alte Tradition des Holzhausbaus. Gebaut werden diese Häuser in der für den Spreewald typischen Art aus bis zu 15 Zentimeter starken Erlen-, Pappel- oder Kiefernbohlen. Gedeckt werden sie mit Schilfrohr, früher geschah dies mit Langstroh vom Roggen oder mit Roggosch, dem Blattwerk des Kalmus.
Tourismus im Spreewald
Der Tourismus und alles, was damit zusammen hängt, hat nach der Wende im Spreewald eine sehr positive Entwicklung genommen. Inzwischen hat der Besucher die Auswahl zwischen dem einfachen Zimmer im Wohnhaus des Vermieters, einer klassischen Ferienwohnung im Spreewald, Pensionen und Appartementhäusern in allen Größen und der standard- und gehobenen Hotellerie. Die einzelnen Objekte – ob Hotels, Pensionen und Gasthäuser oder auch die vielen Kahnhäfen – liegen zumeist weit gestreut im Siedlungsgebiet, viele der Gaststätten, Kahnabfahrtstellen und Ausflugsziele befinden sich an idyllisch abgelegenen Plätzen.
Merke: Ein Urlaub im Spreewald ist sehr ruhig und beschaulich, muss aber bestimmt nicht langweilig sein! Es gibt viel zu entdecken in der Natur und viel frische Luft, also Erholung für Körper, Geist und Seele. Bei vielen Gastgebern können Fahrräder und Paddelboote ausgeliehen werden. Einige Reisedienste bieten zudem Tagesausflüge nach Berlin, Dresden, zur Landesgartenschau, zum Braunkohletagebau, zum Tropical Island, nach Polen oder in einen der vielen Landschaftsparks in Südbrandenburg oder Ostsachsen an.
Camping im Spreewald
Auch wer als Camper die perfekte Symbiose aus unberührter Natur, absoluter Ruhe und naturnahem Abenteuer sucht, kommt am Spreewald nicht vorbei. Statt grauer Betonplätze gibt es hier idyllische Camping- und Caravanplätze direkt an den unzähligen Fließen, dem labyrinthähnlichen Netz aus kleinen und großen Wasserwegen.
Das Besondere am Camping im Spreewald ist die Nähe zum Wasser. Viele Plätze verfügen über eigene Bootsanleger. Morgens nach dem Aufstehen heißt es hier oft: Kaffeetasse beiseite stellen, rein ins Kajak oder Kanu und hinein in den mystischen Frühnebel! Im Anschluss lautlos vorbeigleiten an alten Erlenwäldern, traditionellen Blockhäusern und grasenden Kühen – hier zeigt sich die Natur von ihrer unberührten Seite. Neben Paddeltouren lädt das flache Profil der Region zudem zu ausgiebigen Radtouren ein, beispielsweise auf dem berühmten Gurkenradweg.
Wie man sieht, ist der Spreewald perfekt für jeden Camper-Typ geeignet. Die Campingplätze halten für jeden das passende Angebot bereit, ob man mit dem luxuriösen Wohnmobil anreist, ein schattiges Plätzchen für das kleine Wohnwagengespann sucht oder das klassische Zelten auf der grünen Wiese bevorzugt. Darüber hinaus begeistern sie mit familiärem Charme, moderner Ausstattung und oft auch mit eigener bzw. regionaler Gastronomie direkt um die Ecke. Schließlich gibt es nach einem langen Tag an der frischen Luft nichts Besseres als eine deftige Spreewälder Brotzeit mit den legendären, knackigen Spreewaldgurken und frischem Leinöl!