Warum Camper nicht einfach Angeln gehen können – Achtung Schwarzangler!

17. Januar 2023

Viele Camper genießen die Zeit in der Natur gerne mit einem ruhigen Nachmittag am See. Dabei kann die Angel ausgeworfen werden und als kleines Abenteuer das Abendessen gefangen werden. Angeln ist eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten überhaupt. Aber Achtung: Nicht jeder darf einfach so angeln! Vor dem ersten Wurf sollte man also unbedingt den regional gültigen Angelschein und die Fischereikarte studieren, um keine bösen Überraschungen zu erleben.
Der Angelschein gibt Auskunft über die zulässige Art des Fischfangs und welche Köder erlaubt sind. Und auch hier sollten Angelanfänger aufpassen: nicht jeder darf einfach so angeln. Ohne gültigen Angelschein und Fischereikarte kann es teuer werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Angeln ohne Erlaubnis führt zu hohen Strafen von bis zu 75.000 Euro
  • Angelscheine können durch eine Prüfung erworben werden
  • Gewässerscheine beziehen sich speziell auf das Gewässer, an dem geangelt werden soll
  • Voraussetzung für erlaubtes Angeln sind ein gültiger Fischerei- und Gewässerschein
  • Touristen, zum Beispiel Camper, können temporäre Genehmigungen erlangen

Was gilt es zu beachten, um nicht als Schwarzangler zu gelten?

Was genau ist Schwarzangeln? Wann drohen Strafen und welche Höhe können diese Strafen haben? Dieser Blog-Artikel soll Aufklärung über das Schwarzangeln bringen und aufzeigen, welche Folgen das unerlaubte Fischen nach sich ziehen kann.
Um nicht als Schwarzangler zu gelten, muss man in Deutschland einen Angelschein und einen Gewässerschein für das Gewässer, in dem geangelt werden soll, besitzen. Bereits das Auswerfen der Angel gilt dabei als Schwarzangeln, sofern keine Papiere vorliegen. Bei einem Angelversuch ohne gültigen Gewässerschein fallen meist härtere Strafen an. Um an dieser Stelle eine Einordnung vorzunehmen: Beim Angeln ohne Gewässerschein in privaten Gewässern und Teichen kann eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren anfallen. Zusätzlich wird der Angelschein entzogen.

Wo bekommt man die Papiere?

Als Dauercamper lohnt es sich, in einen Angelschein zu investieren. Dafür muss eine Prüfung abgelegt werden, die als Voraussetzung gilt, um verantwortlich und handwerklich einwandfrei mit Angel und Fisch umgehen zu können. Es gibt Fischereikurse, die speziell auf diese Prüfung vorbereiten. Mit dem Angelschein kann ein Camper dann seine Lieblingsspots zum Angeln erkunden und für diese Gewässerscheine beantragen.

Den Angelschein machen

Die Prüfung besteht aus verschiedenen Fragen über biologische Prozesse, die im Zusammenhang mit dem Angeln stehen. So wird beispielsweise gefragt, wo Fische ihre Nahrung finden und wie sie sich verhalten. Außerdem müssen Prüflinge über bestimmte Fischarten Bescheid wissen, zum Beispiel welche Größe ein Hecht oder eine Forelle haben kann und wie die jeweiligen Merkmale unterschiedlicher Arten aussehen. Darüber hinaus müssen Fragen beantwortet werden, die auf die Rolle des Anglers eingehen. Zum Beispiel, welche Rolle die Natur beim Angeln einnimmt und was es bedeutet, ein verantwortungsvoller Angler zu sein. Um die Prüfung erfolgreich abzuschließen, ist es ratsam, sich rechtzeitig mit den Themen vertraut machen und alle Aspekte des Angeln zu verstehen.

Der Gewässerschein

Den Gewässerschein, also die Erlaubnis am gewünschten See oder Fluss zu angeln, kann der Angler beim Besitzer des Gewässers beantragen. Oft ist dies mit einer Abgabe oder Gebühr verbunden. Die Scheine können temporär ausgestellt werden und sind größtenteils bei der Gemeinde oder dem örtlichen Angelverein zu bekommen. In Ausnahmefällen handelt es sich um Privatpersonen. Achtung: Ohne den Schein drohen hohe Strafen! Denn Fischen ohne Gewässerschein gilt in Deutschland als Fischwilderei und ist kein Kavaliersdelikt. In NRW gilt das Angeln ohne Erlaubnis als Straftat und kann sogar Gefängnis nach sich ziehen.

Die Ausnahme (n) von der Regel

Unter Umständen kann ein Camper über den Betreiber des Platzes eine Sondergenehmigung erlangen. Dennoch gilt es hierbei zu beachten, dass ein entsprechender Gewässerschein benötigt wird. Lediglich der Angelschein kann so umgangen werden.
Für Jugendliche gibt es den sogenannten Jugendfischereischein. Dieser ist in fast allen Bundesländern ohne Prüfung erhältlich, ist aber an bestimmte Bedingungen geknüpft. Der jugendliche Angler darf nur in Begleitung eines Erwachsenen, der einen gültigen Fischereischein besitzt, die Angel auswerfen. In einigen Bundesländern dürfen Besitzer eines Jugendfischereischeins zudem keine Raubfische angeln.

Fazit

Die Investition in einen Angelschein und damit die Vermeidung des Schwarzangeln lohnt sich vor allem für Camper und Hobbyangler, die gerne und häufig die Angel auswerfen. Für einen einmaligen Angelversuch reicht es durchaus, sich eine vorübergehende Touristengenehmigung einzuholen. Der Gewässerschein darf dabei aber auf keinen Fall fehlen. Außerdem müssen die Schonzeiten, Mindestmaße und Fangverbote beachtet werden, dazu aber an anderer Stelle mehr. Werden diese Aspekte beachtet, steht dem entspannten Angelwochenende nichts im Wege.

Jenny