In einer Hängematte übernachten

26. September 2022

Statt in einem Zelt lässt es sich auch gut in einer Hängematte schlafen. Viele Trekker und Camper empfinden das sogar als angenehmer und bequemer als das Schlafen auf dem harten Waldboden mit drückenden Wurzeln im Rücken. Außerdem schläft man direkt im Freien und behält alles um sich herum im Blick behalten. Dadurch ist das Erlebnis der Natur noch viel unmittelbarer, man fühlt sich frei und geerdet. Wer beim Camping auf ein Zelt verzichtet und stattdessen in einer Hängematte schläft, benötigt darüber hinaus deutlich weniger Ausrüstung. Das ist vor allem auf Trekkingtouren ein ganz wesentlicher Pluspunkt für die Hängematte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Hängematte ist als besonderer Schlafplatz perfekt für Entspannen in der Natur.
  • Besondere Aufmerksamkeit verdient die Technik der Befestigung und der Position einer Matte.
  • Mit unterschiedlichem Equipment schützt sich der Camper vor Regen, Wind, Kälte und vor Insekten.
  • Schlafen im Freien ist in fast allen Bundesländern erlaubt.

Schlafen lässt sich generell in jeder Hängematte. Dabei gibt es jedoch Modelle, die eindeutig besser geeignet sind und Arten von Hängematten, die sich nicht optimal für den Dauergebrauch eignen. Selbstverständlich sollte eine Hängematte für die Camping-Tour leicht sein und ein möglichst geringes Packmaß haben. Dann passt sie in den Wanderrucksack oder nimmt im Gepäck wenig Platz weg.

Die optimale Hängematte

Die ideale Hängematte für das Trekking hat eine große Fläche, wiegt wenig und lässt sich auf ein kleines Maß zusammenpacken.
Großflächige Modelle sollten aus einer einzigen Stoffbahn gefertigt worden sein. Denn dann haben sie keine Nähte, die stören könnten, wenn man auf ihnen zu liegen kommt. Gerade bei Modellen, die für einen längeren Urlaub angeschafft werden sollen, kann ein solches Detail den letzten Ausschlag geben.
Wer nach einer bequemen Schlafhängematte sucht, greift am besten zu einer Tuchhängematte. Die Alternative dazu ist eine feinmaschigen Netzhängematte. Während die Tuchvariante äußerst stabil und bequem ist und von unten warmhält, passt sich eine feinmaschige Netzhängematte ideal an den Körper an. Sie sorgt für einen guten Luftausgleich von unten und von den Seiten und ist in heißen und schwüle Nächten unschlagbar.
Für beide Arten von Hängematten gilt: Die Liegefläche sollte groß und vor allem breit sein. Je breiter eine Hängematte ist, desto mehr Komfort bietet sie und desto weniger Druckpunkte stören den Schlaf.
Baumwolle sollte als Grundmaterial sein. Denn dieser Stoff ist natürlich, bietet einen angenehmen Wärmeausgleich und das perfekte Hautgefühl.

Sichere Befestigungspunkte wählen

Eine Hängematte muss hängen – sonst erfüllt sie ihren Zweck nicht. Deshalb braucht es für den perfekten Schlafplatz außer der Matte noch zwei Befestigungspunkte: Bäume oder Pfosten oder etwas Ähnliches.
Eine Ausnahme sind die sogenannten Stabhängematten. Dabei handelt es sich um Modelle, bei denen ein Gestell aus gespreizten Stäben die Liegefläche der Matte spannt. Diese Teile eignen sich gut zum Abhängen im Garten oder auf der Terrasse. Für die Übernachtung auf einer Tour sind sie nicht gedacht. Und das nicht nur, weil sich das Gestell insgesamt sehr umständlich transportieren lässt. Auf der Stabhängematte verteilt sich das Körpergewicht nicht auf die ganze Liegefläche. Es liegt mehr auf einzelnen Punkten der Fläche. Das macht das Liegen auf Dauer recht unbequem und ruft unangenehme Verspannungen im Bereich von Rücken und Nacken hervor.

Den richtigen Abstand wahren

Damit die Hängematte gut platziert werden kann, müssen die beiden Befestigungspunkte einen optimalen Abstand zueinander haben. Im besten Fall sind das zwischen 3,5 und 5 Meter. Eine Faustformel gibt es ebenfalls. Zur Länge der Matte wird jeweils ungefähr ein Meter pro Seite gezählt. Bäume und Äste sollten stabil und nicht morsch sein. Sie müssen so kräftig sein, dass sie das Körpergewicht des Schläfers auf Dauer tragen können.
Für die sichere Befestigung gibt es Seile und spezielle Baumgurte, welche die Rinde der ausgewählten Bäume nicht beschädigen. Die beiden Punkte für die Befestigung müssen sich in etwa auf gleicher Höhe befinden, sodass die Hängematte in die Waagerechte kommt. Je höher die Matte angebracht ist, desto kühler ist der Schlafplatz. In einer warmen Sommernacht oder in schwülen und heißen Gegenden darf die Hängematte also ruhig etwas höher platziert werden.
Normalerweise befinden sich die Befestigungspunkte für die Gurte in maximal zwei Metern Höhe. Beim Befestigen sollte die Matte nicht ganz so stark durchhängen. Denn das Körpergewicht des Schläfers kommt ja noch dazu. Optimal ist es, wenn die Krümmung der Hängematte im ungenutzten Zustand einer Banane ähnelt. Dann ergibt sich ungefährer ein Winkel von 30 Grad. Das ermöglicht eine angenehme Liegeposition und sorgt bei Belastung für die perfekte Spannung. Im belegten Zustand hängt die Liegefläche im besten Fall etwa 50 Zentimeter über dem Boden.

Für Schutz bei Regen sorgen

Damit bei Regen die Hängematte samt Schläfer trocken bleibt, sollte ein Tarp darüber gespannt werden. Das ist eine Zeltplane, die eigens für diese Zwecke ausgelegt ist. Eine gute Plane sollte eine besondere Qualität aufweisen. Hochwertige Tarps haben einen sauberen Schnitt und abgerundete Seiten. Deshalb flattern sie nicht so sehr und vor allem nicht so laut wie günstige Modelle. Ist es windig, muss ein Tarp tiefer gespannt werden. Dann weht der Wind kein Regenwasser unter die Plane.
Rautenförmige asymmetrische Tarps halten leichte Regengüsse ausgezeichnet ab. Diese Planen lassen sich gut der diagonalen Liegeposition entsprechend spannen. Allerdings sind sie für Sturm und starke Regenfälle nicht ausgelegt. Quadratische Tarps halten auch bei kräftigen Schauern trocken und müssen nur an zwei Spannpunkten befestigt werden. Bei stärkerem Wind kann allerdings Regen zu den Seiten reingepustet werden.
Etwas aufwändiger im Aufbau sind sechseckige Tarps. Dafür bieten sie einen hervorragenden Schutz bei jedem Wetter. Umlaufende Planen, sogenannte Vier-Jahreszeiten-Tarps, lassen sich an den Seiten verschließen. Werden diese nahe am Boden befestigt, macht das den Wind- und Wetterschutz perfekt. Solche Planen sind für Fahrradtouren und kurze Ausflüge allerdings weniger gut geeignet. Sie sind einfach zu groß und zu schwer und die Befestigung ist kompliziert.
Über die Spannleinen der Hängematte kann bei Regen Wasser in die Matte laufen, Dagegen helfen „Driplines“. Das sind kurze Schnüre von etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter Länge. Sie werden unterhalb des Tarps an den Mattenspannleinen befestigt. Dann kann das Regenwasser an ihnen ablaufen.
In einigen Gegenden ist ein Schutz vor Insekten unabdingbar. Dann muss ein Moskitonetz mitgenommen werden. Es gibt spezielle Netze für Hängematten. Sie werden komplett um die Liegefläche gespannt sind und lassen sich per Reißverschluss oder per Kordelzug verschließen. Einige der Netze müssen zusätzlich noch gespannt werden.

Schutz vor Kälte schaffen

Vor allem von unten kann Kälte in die Hängematte kriechen. Dagegen gibt es Hängematten, die mit einem Einschub für Isomatten versehen sind oder aufblasbare, isolierende Pads aufnehmen. Ein Schlafsack wird in einer Hängematte schnell unbequem, weil er die Bewegung einschränkt.
Um stärkere Kälte abzuhalten, empfehlen sich Underquilts. Dabei handelt es sich um Decken, die mit Kunstfasern oder mit Daunen gefüllt sind. Sie werden unter die Matte gehängt. So wird nichts plattgedrückt und die Hängematte ist sowohl von unten als auch von den Seiten gut isoliert.

Die richtige Liegeposition

Ein wichtiger Aspekt beim Schlafen in der Hängematte ist die perfekte Liegeposition. Keine gute Idee ist es, sich der Länge nach einfach in die Hängematte zu legen. Das sorgt für eine Krümmung im Bereich des Rückens. Viel gemütlicher ist es, sich in einer diagonalen Position in die Matte zu legen. Das schont den Rücken und entspannt die Knie. Denn nur in dieser Liegeposition wird die Fläche des Tuchs optimal gespannt. Dann legt es sich gut an den Körper an und entlastet die Wirbelsäule.
Entgegen weit verbreiteter Meinungen schadet das Schlafen in einer Hängematte dem Körper auf Dauer nicht. Probleme mit dem Rücken sind ohnehin immer eine individuelle Angelegenheit. Oft ist es nur am Anfang etwas ungewohnt, in einer Hängematte zu übernachten. Nach wenigen Nächten ist meist eine gute Gewöhnung eingetreten.

Schlafen im Wald

In einer Hängematte im Wald zu übernachten ist auch rechtlich kein Problem. Einen Wald darf jeder betreten, der sich dort erholen will, sagt der Paragraf 59 des Bundesnaturschutzgesetzes. Freie Landschaft sind im Sinne dieses Gesetzes sämtliche ungenutzten Flächen, die sich außerhalb von Siedlungen befinde. Das sind neben dem Wald auch Wiesen, Ufer und Strände.
Das Betreten schließt nicht das Recht ein, ein Zelt aufzubauen. Das ist in einigen Bundesländern sogar verboten und wird als Wild-Zelten wie eine Ordnungswidrigkeit gewertet und geahndet. Nicht gesondert im Gesetz geregelt ist das Schlafen unter dem freien Himmel. Deswegen darf sich im Prinzip jeder mit Schlafsack und Isomatte in den Wald legen. Auch eine Hängematte mit Tarp ist nicht verboten.
Eine Ausnahme macht das Land Berlin. Im Waldgesetz gibt es hier einen Abschnitt, der nicht nur ein Zelt verbietet, sondern ausdrücklich auch „ähnliche Lagerstätten“ einschließt. Dort zählt ein Tarp als eine Zelt-ähnliche Konstruktion. In einem Nationalpark oder in einem Naturschutzpark sind Übernachtungen auch in einer Hängematte zum Schutz von Tieren und Pflanzen grundsätzlich nicht erlaubt.

Fazit

Schlafen in einer Hängematte ist ein besonderes Erlebnis. Selbst ein längerer Urlaub mit der Übernachtung unter freiem Himmel schadet der Wirbelsäule nicht. Wichtig ist allerdings, die Hängematte perfekt zu spannen und sie mit den richtigen Utensilien zu versehen. Gegen Regen und Wind schützt eine speziell ausgelegte Plane, ein Tarp. Ein Moskitonetz hält Ungeziefer ab. Wer sich in kühlen Nächten schützen will, hat dafür viele verschiedene Möglichkeiten. Es kommt also auf die Ausrüstung an, wie gut sich die Nächte in einer Hängematte anfühlen.

Jenny