Angelzelte

1. Dezember 2022

Angler halten sich oft recht unterschiedlich lange vor Ort auf. Während ein Hobbyangler nur ein paar Stunden einem Fisch nachstellt, geht der Profi gern für mehrere Tage angeln. Sollte am Ort des Einsatzes übernachtet werden, leisten ein Angelschirm oder ein Angelzelt gute Dienste. Denn Angler schützen sie auch vor schlechtem Wetter.
Ein originales Angelzelt wird in der Regel ohne Boden angeboten. Alternativ gibt es Modelle mit einem herausnehmbaren Boden. Aus diesem Grund wird es nicht als ein Zelt gewertet. Die Gefahr, wegen Wildcampens belangt zu werden, besteht damit nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Angelzelte gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Ausmaßen.
  • Dem Angler bieten sie Schutz und einen Platz zum Übernachten.
  • Herausragende Eigenschaft ist die Wetterfestigkeit.
  • Große Modelle sind auch beim Camping einsetzbar.

Steckbrief Angelzelte

Kurzausflug. Bei einem zeitlich begrenzten Angelausflug ist ein Schirm ausreichend. Er schützt hervorragend vor Wind und Regen.

Übernachten. Zum Schlafen vor Ort empfehlen sich ein Karpfenzelt oder alternativ ein etwas größeres Brolly. Das ist ein als Schirmzelt als moderne Form des Angelschirms. Im Winter kann es sogar vor Kälte schützen.
Beliebt für einen mobilen Einsatz sind solche Angelzelte, die sich sehr schnell aufbauen lassen. Für den Aufbau braucht ein Pop-up-Zelt nur ein paar wenige Minuten.

Wasserdichtigkeit. Das ist das entscheidende Merkmal für ein Angelzelt überhaupt. Es muss eine hohe Wassersäule haben. Feuchtigkeit und Regen sind typische Begleiter bei Angeltouren.

Boden. Ein Angelzelt hat für gewöhnlich keinen Boden. Oder er lässt sich auf sehr einfache Weise herausnehmen. Herkömmliche Zelte mit fest eingelegtem Boden sind an vielen Stellen nicht erlaubt. Das gilt als Wildcamping.

Angelzelt: Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Viele der Modelle lassen sich einfach und schnell aufbauen. Sie sind mit der Ruck Zuck Technik versehen.
  • Bis auf nur ganz wenige Ausnahmen ist ein Angelzelt wasserdicht.
  • Für das Angelequipment und meist auch für Schlafsäcke oder Liegen bieten Angelzelte Platz.
  • Mit einem einziehbaren Boden ausgestattet, können die Zelte auch für das Camping genutzt werden.
  • Einige Angelzelte sind so leicht und klein, dass sie sich für die Trekkingtour eignen.
  • Manche Modelle werden sogar mit Haken und Ösen ausgestattet. Sie bieten sicheren Halt für die Angelruten.
  • Zelte für das Angeln werden in Tarnfarben hergestellt. Damit fügen sie sich gut in die Natur ein.
  • Bei Anglern sehr beliebt sind Angelzelte mit einer integrierten Liege.

Nachteile:

  • Viele der Angelzelte sind sehr klein. Manchmal passt nur eine Person hinein.
  • Manche der Zelte sind lediglich wasserabweisend und nicht komplett wasserdicht.
  • Die großen Zelten sind schwer. Ihr Gewicht liegt häufig bei mehr als 12 Kilo.
  • Größtenteils darf bei einem Angelzelt kein Boden integriert sein.

Welches Modell eines Angelzeltes ist das Richtige?

Angelschirm. Wie der Name hier sagt, handelt es sich um einen großen Schirm. Seine Stange wird einfach nur in die Erde gesteckt. Während einige dieser Schirme ohne eine Wand gefertigt werden, gibt es bei den anderen eine Wetterschutzwand, die halb umläuft.

Wetterschutzzelt. Diese Zelte sind rechteckig und flexibel einsetzbar. Bei manchen Modellen werden die vier Seiten geschlossen. Bei anderen wiederum bleiben eine oder sogar zwei der Seiten offen.

Brolly. Ein Brolly entstand, nachdem ein Zelt um den Angelschirm herum gebaut wurde. Einige dieser Zelte sind niedrig. Sie bieten zum Übernachten meist zu wenig Platz. Häufig können auch die Wände hoch gerollt oder abgetrennt werden. Diese Varianten heißen auch Shelter.

Bivvy. Ein Bivvy sieht aus wie ein Campingzelt. Es ist genügend groß für die Angelausrüstung plus ein oder zwei Schlafplätze. Ein Bivvy bezeichnen Angler auch als Karpfenzelt. Meistens verfügen sie über eine Halterung für die Angelrute. Ein kleines Vordach schützt gegen jedes Wetter.
Karpfenzelte sind als schützende Zelte für das Angeln entworfen worden. Sie können aber auch von Campingfreunden genutzt werden. Allerdings haben solche Zelte in der Regel nur einen großen Innenraum.

Angelzelt mit einer Innenkabine. Wenn diese Bezeichnung verwendet wird, handelt es sich oft um ein Zelt mit einer Innen- und einer Außenhaut. Manche Hersteller bieten die Möglichkeit, die Kabine innen einzuhängen. So entsteht eine Schlafstätte und ein Bereich für den Aufenthalt oder als Lagerstätte.

Eisfisch-Kabinen. Bei einem Eisfisch-Zelt wird bei Bedarf aus der Kabine hinaus geangelt. Dort hält sich der Angler zum Schutz vor Wind und Wetter auf.

Angelzelt-Set. Ein Angelzelt Set bezeichnet ein Zelt, das zusammen mit dem nötigen Equipment, also mit Heringen, Seilen zum Abspannen und mit Gummihammer ausgeliefert wird.

Wichtige Fragen rund um ein Angelzelt

Wie viel Raum muss das Anglerzelt bieten?

Die Ausmaße der Grundfläche geben an, ob das Zelt eher beim kurzfristigen Angeln genutzt wird oder ob es sich auch für eine Übernachtung eignet.
Die Maße geben ebenfalls Auskunft darüber, wie viele Personen sich gleichzeitig im Zelt aufhalten können.
Ist das Angelzelt hoch genug, eignet es sich auch zum Kochen.
Wird mehr Platz gebraucht, hilft die Modellvariante Angelzelt 2 Mann oder Angelzelt 3 Mann.

Wie schnell kann ein solches Zelt aufgebaut werden?

Sehr große Karpfenzelte sind oft sehr schwierig aufzubauen.
Das trifft auf die kleinen Brollys meist nicht zu. Es gibt hier sowohl Ruck Zuck Angelzelte als auch Angelzelte für den Schnellaufbau.

Welche Unterschiede bestehen bei der Handhabung der Zelte?

In seiner Handhabung muss ein Angelzelt einfach und sehr praktisch sein. Wichtig sind zum Beispiel Ösen und Haken zum Fixieren der Ruten. Auch eine Lampe sollte im Innern Platz finden. Bedeutsam ist auch die Frage, ob sich eine Innenkabine in das Zelt einhängen lässt.
Praktisch sind große Türen. Nur dadurch ist es ohne Probleme möglich, zum Übernachten eine große Karpfenliege aufzustellen.
Auf die Belüftung der Zelte achten. Der Geruch der gefangenen Fische muss schnell abziehen können.
Als nützlich erweisen sich an den Türen und den Fenstern Moskitonetze. Die Fenster müssen so montiert sein, dass sie auch im Sitzen eine ausreichende Sicht nach außen gewähren.

Welches Material kommt bei den Angelzelten zum Einsatz?

In der Regel nutzen Hersteller Polyester oder Nylon. Beide Werkstoffe können auf verschiedene Art und Weise bearbeitet sein. Deshalb bieten sie auch einen verschieden starken Wetterschutz.
Das Gestänge kann entweder aus Fiberglas bestehen oder aus Aluminium gefertigt sein. Alternativ kommt auch Carbon zum Einsatz. Dieses Material ist um einiges leichter als andere Materialien. Ein Nachteil hier ist aber der höhere Preis.

Bei welchem Wetter kann das Zelt schützen?

Ein Angelzelt muss gegen diese Witterungen schützen:

Kälte

Regen

Schnee

UV-Strahlen

Um diesen Schutz zu erreichen, setzen viele Hersteller auf getapte oder auf verschweißte Nähte. Mit diesen Verfahren werden Kältebrücken vermieden.
Als Schutz gegen Schnee und Regen setzen die Hersteller auf Materialien, die aufgrund ihrer Imprägnierung oder Beschichtung eine Wassersäule von 5.000 bis zu 20.000 mm erzielen.

Wie bedeutsam ist das Gewicht der Zelte?

Bei den Angelzelten variiert das Gewicht zwischen 2, 5 und 15 Kilo. Welches Gewicht zu akzeptieren ist, hängt sehr stark vom Einsatzort ab. Ist die Angelstelle mit dem Auto gut zu erreichen, kann ein Zelt ruhig auch mehr wiegen. Ist aber ein etwas längerer Fußmarsch notwendig, sollte das Gewicht des Zeltes möglichst gering sein.

Je größer ein Angelzelt ist, desto schwerer ist es auch:
Natürlich hängt das Gewicht auch vom jeweiligen Modell des Zeltes ab: Ein einfacher Angelschirm bringt nur ein paar wenige Kilo auf die Waage. Ein großes Karpfenzelt dagegen kann auch schwerer sein. Das Gleiche gilt für das Packmaß: Je größer ein Angelzelt ist, desto größer ist auch sein Packmaß.

Gibt es weiteres Equipment bei den Angelzelten?

Eine sehr umfangreiche Wahl an Angelzubehör gibt es nicht. Vorhandenes aber kann durchaus als sehr nützlich bezeichnet werden:

Winterskin. Dabei handelt es sich um einen Überwurf, der exakt für ein bestimmtes Zelt hergestellt wird. Beim Kauf gilt es, auf dieses vorhandene Zelt zu achten. Nur dann passt der Überwurf. Der Winterskin wird genutzt, um die Beständigkeit gegen die Witterungseinflüsse im Winter zu erhöhen. Außerdem dient der Überwurf dazu, das an einer Seite offene Angelzelt zu schließen.

Overwrap. Auch hier handelt es sich um einen Überwurf. Er kann auch im Frühjahr und im Sommer genutzt werden. Durch den Überwurf entsteht ein Angelzelt mit zwei Lagen. Das ist auch beim Campingzelt der Fall. Ein Overwrap vermindert gleichzeitig das Risiko, dass sich Kondenswasser innen an den Zeltwänden bildet.

Angelliegen. Werden Angelzelte ohne Boden aufgestellt, dann lohnt sich ein Kauf von Angelliegen. Sie schützen den Angler vor der aufsteigenden Kälte. Meist werden sie auch zusätzlich noch dick gepolstert. Das hebt nicht nur ihren Komfort. So entsteht auch eine zusätzliche Isolierung gegen die Kälte.

Bodenplane. Ist das Angelzelt nicht mit einem Boden zum Abnehmen ausgestattet, dann kann sich der Kauf einer Bodenplane lohnen. Auch diese schützt vor Nässe und Kälte. Außerdem macht sie aus dem Anglerzelt ein Campingzelt.

Vorzelt. An einige Anglerzelte lässt sich ein Vorzelt schnallen. Es entsteht so ein größerer Raum für den Fall, dass der Angelausflug eventuell mehrere Tage in Anspruch nimmt.

Heizung. Der Kauf einer Heizung lohnt sich besonders im Winter. Selbst im Sommer ist eine solche Anschaffung sinnvoll. In der Nacht kann es auch in dieser Jahreszeit kalt werden.

Angeltaschen. Als Zubehör sollte die Angeltasche, genau wie das Zelt, möglichst in einer Tarnfarbe hergestellt worden sein. Angeltaschen werden in verschiedenen Größen hergestellt. Deshalb passen auch in einige das Zelt selbst. In kleinen Taschen können auf der Außenseite zahlreiche kleine Gegenstände gelagert werden.

Moskitonetz. Gibt es beim Angelzelt keine Moskitonetze, lassen sich diese auch noch nachträglich montieren. Im Sommer gibt es praktisch an jedem Gewässer Mücken. Auch über einen Angelschirm lässt sich ein großes Moskitonetz werfen, welches bis zum Boden reicht.

Das besondere Angelzelt: Brolly

Bei einem Brolly handelt es sich um ein Schirmzelt oder seine moderne Form. Ein solches Zelt für das Angeln wird schräg auf dem Erdboden liegend positioniert. Hier gibt es allerdings keine Mittelstange.
Das Brolly ist durch seine Bauweise vollkommen nach hinten geschlossen. Ein herkömmlicher Angelschirm dagegen kann nur sehr bedingt schräg aufgestellt werden. Deshalb schützt ein Brolly deutlich besser vor Sonne, Wind und Regen.
Das Brolly ist der perfekte Angelbegleiter, wenn:

  • ein Zelt gesucht wird für den ein- bis mehrtägigen Ansitz
  • abwechselnd eine oder auch mehrere Personen darin übernachten sollen
  • eine günstige Alternative für ein Bivvy gesucht wird
  • das Angelzelt schnell auf- und abgebaut werden soll
  • an Gewässern geangelt wird, an denen ein Bivvy verboten ist

Ein offenes Brolly wird nur mit einem passenden Überwurf wirklich wind- und wetterfest.
Der zugehörige Überwurf sollte ein Fenster haben. Das sorgt zum einen für die bessere Belüftung. Zum anderen besteht so die Möglichkeit, das Gewässer selbst bei einem geschlossenen Angelzelt zu sehen und zu beobachten.
Das Fenster sollte sich öffnen lassen. Es kann mit einem Moskitonetz versehen werden. Das schützt vor Stechmücken.
Doppelwandige Angelzelte bringen von Beginn an eine doppelte Zelthaut mit. Sie kann beim richtigen Einsatz dafür sorgen, dass sich im Zelt weniger Kondenswasser absetzt. Denn das überschüssige Wasser bleibt dabei zwischen der Außen- und der Innenwand.
Den gleichen Effekt bietet auch ein Zelt mit einer separaten Schlafkabine. Diese Kabine sollte sich aber aus dem Angelzelt nehmen lassen.

Das besondere Angelzelt: Das Bivvy

Ein Bivvy Zelt ist ein sogenanntes Prahmzelt. Das Gestänge bildet bei dieser Modellvariante einen Halbkreis.
Karpfenangler benutzen solche Modelle der Angelzelte gern für einen mehrtägigen Ansitz.
Durch die Iglu-ähnliche Bauform ist das Bivvy anderen Angelzelten deutlich überlegen. Das bezieht sich auf Stabilität, Bewegungsfreiheit und Wasserdichte. Die steilen Außenwände des Zeltes sorgen dafür, dass das Wasser optimal abfließen kann. Der Innenraum wird vollkommen genutzt. Darüber hinaus ist das Angelzelt optimal mit dem Boden verankert.
Das Bivvy ist das perfekte Karpfenzelt, wenn:

  • ein Angelzelt für den mehrtägigen Ansitz gebraucht wird
  • am Gewässer übernachtet werden soll
  • nicht alleine geangelt und das Zelt geteilt werden soll
  • ein großer Angelplatz zur Verfügung steht
  • mehr Komfort beim Angeln gewünscht wird
  • gern mehr Geld in das Hobby investiert werden soll

Fazit

Ein Anglerzelt ähnelt in vielem einem Campingzelt, unterscheidet sich aber auch von ihm. Es wird in der Regel in einer Tarnfarbe hergestellt. Die meisten Zelte haben keinen Boden. Das ist in einem Natur- oder Landschaftsschutzgebiet nicht erlaubt.
Angelzelte gibt es in unterschiedlichen Varianten, etwa als Schirmzelt oder als Karpfenzelt. Dieses Angelzelt ähnelt stark einem Campingzelt. Es bietet auch Platz zum Übernachten.
Ein Angelzelt muss bei jeder Witterung standhalten. Es sollte seinen Nutzer vor allem vor Regen, Schnee oder Kälte schützen.
Ein Karpfenzelt eignet sich darüber hinaus gut für das Campen. Es ist ausreichend groß für die Campingausrüstung und mehrere Liegen oder Luftmatratzen. Manche Modelle können sich mit einem Vorzelt koppeln lassen. Dann entsteht ein großes Campingzelt.

Jenny